Schulgeld

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Drei Stunden von der paraguayanischen Hauptstadt Asuncion entfernt gibt es eine deutsche Schule, die ums Überleben kämpft. An allen Ecken fehlt Geld, um den Unterricht im vollen Umfang gewährleisten zu können. Die Österreich-Paraguay (OE-PY) Gesellschaft hilft gemeinsam mit der Gesellschaft der Freunde Lateinamerikas (GFLA) und hat Schul­patenschaften ins Leben gerufen.

Die Länder Lateinamerikas haben es zwei Spitzen­politikern der Freiheitlichen besonders angetan. Dem Dritten National­rats­präsidenten Martin Graf und dem National­rats­abgeordneten Gerhard Deimek. Beide sind daher auch im Verein GFLA (Öster­reichische Gesellschaft der Freunde Latein­amerikas) sehr aktiv: Graf als Präsident, Deimek als Obmann. Und in dieser Funktion sorgen die FP-Politiker dafür, dass es zwischen Österreich und den latein­amerikanischen Ländern zu guten Beziehungen kommt. Bildung, Wirtschaft und Kultur stehen da besonders im Fokus.

Mit Delegationsreisen, an denen neben Politikern auch Wirtschafts­treibende und Künstler teilnehmen, werden die Beziehungen zu den verschiedenen Ländern in Lateinamerika intensiviert, die Freundschaften aufgefrischt und gestärkt. Von 2. bis 12. Mrz 2012 war es wieder soweit: Eine große Delegation besuchte die Länder Chile, Argentinien und Paraguay. Aber bei dieser Reise hatte die Öster­reichische Gruppe einen besonderen Gast dabei: den 19-jährigen Wiener Michael Flatscher. Der Maschinenbau-Student erklärte sich bereit, zwischen Bundesheer und Studium ein sechs­monatiges Praktikum als Hilfslehrer in einer deutschen Schule in Independencia (Paraguay) zu absolvieren. Die GFLA, die bereits seit einigen Jahren gute Beziehungen zu dieser Schule in der Nähe der paraguyanischen Hauptstadt Asuncion pflegt, brachte den Unter­stützungs­lehrer quasi als Geschenk mit.

GFLA unterzeichnete Patronanzvereinbarung

Nicht nur das: Schuldirektor Mathias Loidol freute sich ber einen 1000-Dollar-Scheck, den der Zweite Wiener Landtags­präsident Johann Herzog übergab. Mit Loidol wurde außerdem in einer Patronanz­vereinbarung festgeschrieben, dass die Zusammenarbeit intensiviert und Synergien entwickelt werden sollen. Geplant sind auch Kooperationen mit Öster­reichischen Schulen. Der Verein GFLA hat sich in dieser Patronanz­vereinbarung verpflichtet, Werbeaktionen für die Übernahme von Schul­patenschaften zu starten.

Der Direktor und das Lehrerteam in dieser deutschen Schule in Paraguay sind zwar sehr engagiert, allein es fehlt das Geld. Michael Flatscher hat das selbst erlebt. In seinem Tagebuch schreibt er am 23. März dieses Jahres:

Hinter dem Festsaal der Schule befindet sich ein relativ kleines, zur Schule gehörendes Grundstück, welches im Prinzip bis jetzt brachlag. Gemeinsam mit ein paar Arbeitern begannen Professor Hartmann und ich, daraus einen Kinder­spiel­platz zu machen. Es gelang uns in mühsamer Kleinarbeit, einen kleinen Fußball­platz für die Kinder anzulegen.

Flatscher stößt bei all seinen Bemühungen immer wieder auf ein Thema: Geldprobleme. Vieles kann mit Eigen­initiative, wie das Beispiel Fußball­platz zeigt, kompensiert werden. Alles jedoch nicht. Daher hat der Verein GFLA, der die Schule regelmäßig mit Geldspenden unterstützt, eine Schul­paten­schaft eingerichtet:

Sie können der deutschen Schule in Paraguay mit der Übernahme einer solchen Patenschaft (Regulär: 400 /Jahr, 7. bis 9. Schulstufe: 750 /Jahr) helfen. Die OE-PY hat dafür ein Spendenkonto mit dem Kennwort Patenschaft eingerichtet BIC: EASYATW1 IBAN: AT421420020010938067 ltd.: Österreich-Paraguay Gesellschaft

Warum sind Schulgeldpatenschaften notwendig?

Michael Flatscher, der schon seit Monaten im Dschungel als Hilfslehrer arbeitet weiß am besten, warum Schul­paten­schaften notwendig sind:

In der Kolonie Independencia gibt es sehr arme Bauern­familien, welche nur über ein geringes und un­regel­mäßiges Einkommen verfügen und sich dadurch keine solide Schul­bildung für ihre Kinder leisten können. Dies ist aber der einzige Weg für die Kinder, in Zukunft nicht von der wetter­bedingten Ernte abhängig zu sein, sondern ein geregeltes und anständiges Gehalt zu verdienen, um somit überhaupt dem Teufelskreis der Armut entfliehen zu können. Die Schüler der Deutschen Schule haben dadurch eine Perspektive im Leben und Aussicht auf eine bessere Zukunft. Die Deutsche Schule bewirkt jedoch noch mehr als das: Sie ist der Garant für die Erhaltung der deutschen Sprache und Kultur bei den hier ansässigen Auslands­deutschen.

Leider ist es der Deutschen Schule finanziell nicht möglich, aus eigenen Kräften diesen Kinder den Schulbesuch zu ermöglichen. Deshalb sind diese auf Schul­paten­schaften aus dem Ausland angewiesen.

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